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Haushaltsnahe Dienstleistungen

Das Bundesfinanzministerium hat in einem Anwendungsschreiben (IV C 4 – S 2296b – 60/06) zu Paragraph 35 a EStG vom 03.11.2006 an die obersten Finanzbehörden der Länder eine Neuregelung erlassen.

Durch das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung wurde der bereits früher unter bestimmten Voraussetzungen mögliche Abzug von Handwerkerleistungen nach § 35 a Abs. 2 EStG erweitert. Nach der Neuregelung sind jetzt neben haushaltsnahen Dienstleistungen (z. B. Reinigungsarbeiten) alle Handwerksleistungen begünstigt.

Nach § 35 a EStG gibt es die folgenden Steuervergünstigungen, die nicht das zu versteuernde Einkommen, sondern die Steuerschuld direkt vermindern:

§ 35 a Abs. 1 Satz 1: Geringfügig Beschäftigte:
10 %, max. 510,- € jährlich

§ 35 a Abs. 1 Satz 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte:
12 %, max. 2.400,- € jährlich

§ 35 a Abs. 2 Satz 1: Haushaltsnahe Dienstleistungen:
20 %, max. 600,- € jährlich
z. B. Treppenhausreinigung, Winterdienst, Gartenpflege.

§ 35 a Abs. 2 Satz 2: Dienstleistungsanteil Handwerkerrechnungen:
20 %, max. 600,- € jährlich
z. B. Arbeiten an Innen- und Außenwänden, am Dach, an der Fassade, Reparatur oder Austausch von Fenstern und Türen. Aber auch Reparatur und Wartung von Gegenständen im Haushalt des Steuerpflichtigen (z. B. Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Fernseher, Personalcomputer).

Steuerbegünstigt sind insbesondere die Lohn- und Lohnnebenkosten bzw. die Arbeits-, Geräte- und Fahrtkosten. Material ist nicht steuerbegünstigt.

Ist die Wohnungseigentümergemeinschaft Auftraggeber der haushaltsnahen Dienstleistungen bzw. haushaltsnahen handwerklichen Leistungen, so kommt für den einzelnen Wohnungseigentümer eine Steuerermäßigung in Betracht, wenn
• in der Jahresabrechnung die unbar bezahlten Beträge jeweils gesondert aufgeführt sind,
• der Anteil der steuerbegünstigten Arbeits- und Fahrtkosten ausgewiesen ist,
• und der Anteil des jeweiligen Wohnungseigentümers anhand seines Beteiligungsverhältnisses individuell errechnet wurde.

Die Firma Gaßmann & Konstandin GmbH ist heute schon in der Lage mit ihrer Software die geforderte Bescheinigung für die Eigentümer auszustellen.

Mit der Aufteilung und Ausweisung in der Jahresabrechnung wird jedoch kein Präjudiz für oder gegen eine steuerliche Berücksichtigungsfähigkeit abgegeben. Die Entscheidung über die Anerkennung der Steuerermäßigung liegt ausschließlich beim Wohnsitzfinanzamt. Die Bescheinigung des Verwalters hat insoweit nur die Funktion eines Ausweises der möglichen steuerbegünstigten Aufwendungen

Die Jahresabrechnung bzw. die Bescheinigung des Verwalters ersetzt den ansonsten erforderlichen Nachweis durch Vorlage der Rechnung sowie des Belegs über die Zahlung der Aufwendungen auf ein Konto des Leistungserbringers.

Zum Download: BMF-Schreiben vom 03.11.2006


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